Bonsaischule Enger

Geschichte des Bonsais




Bonsai-Geschichte


Die heute bekannten Bonsai sind häufig im japanischen Stil gestaltet, der sich Anfang des 20. Jahrhunderts herausbildete. Doch die Bonsaikunst ist viel älter und stammt aus dem Kaiserreich China. In der frühen Han-Dynastie (206 v. Chr. - 220 n. Chr.) wurden bereits künstliche Landschaften mit Seen, Inseln und bizarren Felsformationen in Palastgärten der Kaiser nachgestaltet, auch die Topfpflanzen-Kultur war bereits bekannt. Der Mythologie nach lebte in dieser Zeit der Zauberer Jiang-Feng, der die Fähigkeit besaß, ganze Landschaften mit Felsen, Wasser, Bäumen, Tieren und Menschen verkleinert auf ein Tablett zaubern zu können. In dieser Zeit entstand offenbar die Kunst des Penjing - auch wenn einige der Bäume zwei und mehr Meter hoch waren und in großen Schalen im Garten gepflegt wurden.
Die verschiedenen chinesischen Epochen und ihre Kunststile übten Einfluss auf die Bonsaigestaltung aus. z.B. die Kunst des Suiseki, wo mit verschiednen Steinformen ganze Küstenlandschaften nachgebildet wurden. Man bezeichnete penjing auch als "dreidimensionale Gemälde", "stumme Gedichte" oder "lebende Skulpturen. Im 10./11. Jahrhundert brachten buddhistische Mönche die Bonsaikunst nach Japan. Dort entwickelte sich der Bonsai-Stil lange Zeit parallel zu China. Besonders in der Kaiserstadt Kyoto und in Ōsaka waren Bonsai bei Gelehrten sehr beliebt, sie galten als antinational und avantgardistisch. 1878 stellte Japan auf der Weltausstellung in Paris erstmals Bonsai einer westlichen Öffentlichkeit vor. Nach dem Zweiten Weltkrieg verbreitete sich Bonsai als Hobby in der ganzen Welt.



In Japan berühmt ist die Geschichte des verarmten Samurai, der in einer bitterkalten Winternacht seine letzten drei geliebten Bonsai dem Feuer opferte.
Bonsai-Geschichten